In Berlin ist die Gottesanbeterin seit 1998 nachgewiesen. Damals wurde ein sich selbst erhaltendes Vorkommen im Stadtgebiet von Schöneberg dokumentiert (Berg & Keller 2004). Genetisch gehört die Berliner Population zur östlichen Linie, die aus Tschechien und Zentraleuropa stammt. Der städtische Wärmeinseleffekt und Berlins viele Brach- und Grünflächen bieten der wärmeliebenden Art gute Bedingungen.
Gottesanbeterin in der Großstadt
Dass eine Fangschrecke mitten in einer Millionenstadt leben kann, überrascht auf den ersten Blick. Doch Berlin bietet mit seinen zahlreichen Parks, Kleingärten, Brachflächen und urbanen Naturschutzgebieten ein Mosaik geeigneter Lebensräume. Die Durchschnittstemperaturen in der Stadt liegen durch den Wärmeinseleffekt mehrere Grad über dem Umland, was der kälteempfindlichen Art zugutekommt. Dokumentierte Vorkommen gibt es etwa auf dem Schöneberger Südgelände, einem ehemaligen Bahngelände, das heute als Natur-Park geschützt ist.
Verbreitung in Berlin
Das am längsten bekannte Vorkommen befindet sich in Berlin-Schöneberg, wo Berg und Keller die Art von 1998 bis 2003 wissenschaftlich dokumentierten. In den letzten Jahren häufen sich Meldungen auch aus anderen Stadtteilen, vor allem im Süden Berlins. Ob die Art bereits die nördlichen Bezirke erreicht hat, ist noch unklar. Genau hier sind Ihre Beobachtungen gefragt.
Urbane Lebensräume
In Berlin nutzt die Gottesanbeterin ein breites Spektrum an Lebensräumen: sonnige Gärten und Hinterhöfe, Kleingärtenanlagen, Friedhöfe mit extensiver Pflege, Brachflächen und Bahndämme. Entscheidend ist eine offene, sonnige Struktur mit niedriger bis mittelhoher Vegetation. Dicht bewachsene oder stark beschattete Flächen werden gemieden. Besonders die vielen Berliner Brachflächen, die sich auf ehemaligen Industrie- und Bahngeländen entwickelt haben, bieten mit ihren trockenwarmen Standorten gute Bedingungen.
Erkennung und Verwechslung
Die Gottesanbeterin fällt durch ihre aufrechte Haltung und die typischen Fangbeine auf, die sie vor dem Körper hält. In der Stadt wird sie gelegentlich mit großen Heuschrecken verwechselt, etwa der Grünen Strandschrecke oder dem Grünen Heupferd. Der Unterschied ist leicht zu erkennen: Nur die Gottesanbeterin besitzt die bedornten Fangbeine und den auffällig dreieckigen, beweglichen Kopf. Unser Bestimmungsschlüssel zeigt die Unterschiede im Detail.
Sichtung melden
Jede Meldung aus Berlin hilft, die urbane Ausbreitung der Gottesanbeterin zu dokumentieren. Ob auf dem Balkon, im Kleingarten oder auf einer Brachfläche: Fotografieren Sie das Tier und melden Sie Ihren Fund. Auch Ootheken an Hauswänden, Zaunpfählen oder Pflanzenstängeln sind wichtige Nachweise.
Fund in Berlin melden
Haben Sie eine Gottesanbeterin in Berlin entdeckt? Helfen Sie der Forschung und melden Sie Ihre Beobachtung!
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